Spielberichte vom Wochenende

Daniel Richter, 23.03.2010

Spielberichte vom Wochenende

Landesklasse: Köthener spielen nur remis - Reppichau verliert, Gröbzig setzt sich durch

CFC Germania hakt den Aufstieg endgültig ab

VON THOMAS RINKE, 21.03.10, 19:04h, aktualisiert 21.03.10, 19:32h KÖTHEN/MZ. Nun hat man sich in Köthen auch offiziell vom Landesligaaufstieg verabschiedet. Das Remis daheim gegen Annaburg war zu wenig. In Reppichau dagegen wird man erneut für die Spielweise gelobt, steht jedoch zum Ende mit leeren Händen da.

CFC Germania Grün-Weiß Anaburg 2:1

Auf Wiedersehen, CFC Germania. Der Zug in Richtung Landesliga ist abgefahren - und der Kreisstadtclub ist nicht an Bord. Nach dem Unentschieden gegen Grün-Weiß Annaburg muss sich selbst CFC-Präsident Ronald Maaß von seinem ambitionierten Ziel distanzieren. "Das war's dann wohl", resümierte er knapp. Bis auf Daniel Trybus startete Köthen in Bestbesetzung. Das merkte man dem Spiel anfangs auch an. Der Ball lief gut durch die eigenen Reihen und hinten stand man sicher. Doch diese starke Auftaktphase reichte nicht, um gegen die abstiegsbedrohten Annaburger dreifach zu punkten. Nach dem Führungstreffer von Othmane Bouzbouz ließ Germania die Zügel grundlos schleifen. Die Zuschauer schüttelten mit dem Kopf, wie sich eine derart dominant beginnende Mannschaft trotz Führung so hängen lassen konnte. Annaburg freute sich über abnehmende Gegenwehr und bedankte sich in Person von Florian Kuchenbecker mit dem 1:1-Ausgleich (64.).

Grün-Weiß Piesteritz II SG Reppichau 5:2

Die gute Nachricht zuerst: Reppi- chau hat seit Samstag bereits gegen drei der vier bestplatzierten Mannschaften der Liga gespielt. Jetzt werden die Gegner vermeintlich einfacher. Die schlechte Nachricht: Aus diesen drei Spielen nahm Reppichau nicht einen Zähler mit. Der Druck, in den nächsten Partien punkten zu müssen, hat sich damit erhöht. Zwar attestieren alle Gegner, dass Reppichau mit dieser Spielweise nicht gegen den Abstieg kämpfen werde, aber kaufen kann man sich von diesen Komplimenten nichts. Da hilft es auch nicht, dass Reppichau beim Tabellenführer bis zur 83. Minute dran war und nur 2:3 zurücklag. Denn plötzlich spielte Piesteritz II seine Cleverness aus und überwand die aufgerückte SG-Defensive noch zwei Mal zum Endstand (84., 89.). Die Führung erzielte Reppichau durch Marco Ecke bereits nach vier Minuten. Doch ein Distanzschuss in die Maschen brachte die Gastgeber schnell wieder ins Spiel (12.). Mit einem Foulstrafstoß ging Grün-Weiß kurz darauf in Führung (17.) und baute diese in der 50. Minute auf 3:1 aus. Doch im Gegensatz zum Hinspiel (1:7) gab sich Reppichau diesmal nicht auf und verkürzte durch Patrick Belger auf 3:2 (75.). "Eigentlich standen wir gut und haben wenig zugelassen", so SG-Trainer Holger Nöthling, "aber in den entscheidenden Momenten fehlte die nötige Konzentration."

Landesklasse: Gölzauer fahren gegen Einheit Wittenberg einen extrem wichtigen Sieg im Abstiegskampf ein

Durchwachsen gespielt, am Ende aber trotzdem gesiegt

Gölzau gegen Wittenberg
VON THOMAS RINKE, 21.03.10, 19:03h, aktualisiert 21.03.10, 19:36h Gölzaus Steffen Schliemann (rechts) setzt sich durch. Beide Mannschaften boten am Sonnabend wenig Sehenswertes. (FOTO: THOMAS RINKE)Bild als E-Card versenden Bild als E-Card versenden WEISSANDT-GÖLZAU/MZ. Durchatmen in Gölzau. Der Landesklassist hat sich trotz einer durchwachsenen Leistung drei Punkte gegen Einheit Wittenberg erkämpft. Robert Winkler sorgte drei Minuten vor dem Abpfiff für den Siegtreffer in einem Spiel, das vom Verlauf her keinen Gewinner verdient gehabt hätte. "Bei der Leistung hätte heute keine Mannschaft einen Punkt bekommen dürfen", grummelte Wittenbergs Torwart Daniel Zschiesche auf dem Weg in die Kabine.

Tatsächlich war es über weite Strecken keine sehenswerte Partie. Aber durch das späte Siegtor gehört das Spiel in die Kategorie: "Darüber spricht in zwei Wochen keiner mehr." Trainer Uwe Hoffmann jedenfalls konnte nach der Begegnung durchatmen. "Das hat heute Nerven gekostet." Das fing schon mit der Torwartfrage an. Stammkeeper Kai Lieske ist nach wie vor verletzt und Normen Bunzeck steht nicht für die erste Mannschaft zur Verfügung. Also wurde Dirk Schuhmann rekrutiert, der zuletzt nur noch gelegentlich im Tor der Reserve stand. Seine Sache machte er ordentlich, beim Gegentor war er machtlos. Im zweiten Durchgang bewahrte er seine Mannschaft mit einer guten Fußabwehr vor dem drohenden Rückstand, von dem sich Gölzau wohl nicht mehr erholt hätte. Neben Lieske fehlten mit Florian List, Patrick Bädelt (beide gesperrt) sowie dem an der Schulter

verletzten Mirko Strauss drei weitere wichtige Spieler. Die Unsicherheit aus der Vorwoche, als man mit 1:5 gegen Grün-Weiß Annaburg verloren hatte, setzte sich zu Spielbeginn fort. Nach fünf Minuten tauchte Wittenberg zum ersten Mal gefährlich vor dem Gölzauer Tor auf, doch der Schuss aus spitzem Winkel klatschte an den Pfosten. Die erste Gölzauer Chance hatte David Jammrath, der am Samstag ein Vorbild in Sachen Einsatz und Laufbereitschaft war. Eine Flanke wehte der Wind weg vom Wittenberger Schlussmann hin zu Jammrath, doch aus dem Gestocher heraus bekam der Gölzauer Stürmer keinen Druck hinter den Ball. Ein Abwehrspieler konnte den aufs Tor zurollenden Ball wegschlagen. Kurz darauf fiel das 0:1: Aus dem Spiel heraus gelang beiden Mannschaften wenig. Also war es nicht verwunderlich, dass eine Ecke zum ersten Tor führte. In der Mitte stieg Tobias Noack am höchsten und köpfte zum Wittenberger Führungstreffer ein (28.). Gölzaus Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Thomas Buchholtz und Marcel Osoria spielten sich auf der rechten Seite bis auf die Grundlinie vor, von wo Osoria den Ball flach hereinbrachte. Jammrath trat über den Ball, doch genau dieses Ungeschick sorgte dafür, dass der Torwart ins Leere sprang und Jammrath mit dem zweiten Versuch ins Tor einschieben konnte (34.).

Kurz darauf bejubelte Gölzau den vermeintlichen Führungstreffer, doch der Schiedsrichterassistent sah Keven Voigt beim Querpass von Jammrath im Abseits. Eine strittige Entscheidung, die sich im zweiten Abschnitt jedoch ausgleichen sollte.

Da hatte Wittenberg einen Freistoß, der in der Mitte ins Tor geköpft wurde. Auch hier hob der Assistent die Fahne in einer erneut knappen Szene. Ansonsten passierte in Halbzeit zwei nicht viel Nennenswertes außer dieser Schrecksekunde für Gölzau und dem späten Siegtor durch Robert Winkler. Der schlich sich bei einer Ecke an den langen Pfosten und konnte den Ball dort ins Tor grätschen (88.). Da spielte Gölzau bereits in Unterzahl. Ronny Wolter hatte sich in der 84. Minute nicht im Griff und holte sich wegen anhaltenden Meckerns innerhalb von 30 Sekunden zwei gelbe Karten beim Schiedsrichter ab. Nach dem Abpfiff lagen sich die Gölzauer in den Armen. Wissend, dass dies ein ganz wichtiger Sieg gegen einen Konkurrenten im Abstiegskampf war. Darin sind die Gölzauer seit drei Jahren erprobt, was das Umfeld optimistisch stimmt.


Quelle:MZ