Roßlaus Trainer Wilke schmeißt hin
Daniel Richter, 23.03.2010
Lutz Wilke ist nicht mehr Coach im Elbesportpark
Germania verliert nach Trainer auch das Spiel

erstellt 21.03.10, 20:55h, aktualisiert 21.03.10, 21:06h Lutz Wilke. (FOTO: MZ)
"Er sagte zu mir, dass er die Reißleine ziehen wolle", erläuterte Fritzsche am Sonntag die Umstände. Ausschlaggebend für Wilkes Entschluss muss wohl die Änderung der Anfangsformation für die Partie der Vorwoche in Elster durch seinen Assistenten Gerd Möbius gewesen sein. Wilke konnte diesem Match nicht beiwohnen, legte vorab aber die Startelf fest. "Die hat Möbius nach Absprachen mit dem Mannschaftsrat geändert, weil sich personell auch neue Situationen ergeben hatten", erklärte Fritzsche, dabei sichtlich bemüht, die Emotionen aus der Angelegenheit rauszulassen. Fritzsche stellte dafür die Verdienste von Wilke heraus, der mit zweijähriger Unterbrechung insgesamt 16 Jahre im Elbesportpark tätig war. Im Sommer sollte Wilke ohnehin von der Trainerbank in den Vorstand wechseln, betonte Fritzsche, das war schon abgesprochen. An einer Mitarbeit von Wilke in der Germania-Führung ist der Präsident auch weiterhin interessiert. "Wir wollen ihn dabei haben", betonte er.
Zum Nachfolger bis Saisonende wurde Gerd Möbius ernannt, dessen Co-Trainer ist Torsten Kopocz. "Die Vorgabe an Trainer und Mannschaft ist klar. Es gilt, den Klassenerhalt zu sichern", unterstrich Fritzsche. Der Einstand des Duos ging am Sonnabend allerdings schief. Germania Roßlau verlor sein Heimspiel gegen den 1. FC Weißenfels etwas unglücklich mit 0:1. Die knapp 100 Zuschauer sahen ein auf schwachem Niveau stehendes Landesliga-Spiel. Die Hausherren hatten sich einen Sieg vorgenommen, doch schienen alle guten Vorsätze in der Kabine geblieben zu sein. Germania fand einfach nicht ins Spiel. "Es fehlte an Laufbereitschaft, Passfolgen waren gar nicht zu sehen und auch in den Zweikämpfen fehlte der Biss", monierte Kopocz. So landeten fast alle abgewehrten Bälle erneut beim Gegner, der es dadurch recht leicht hatte, das Spiel zu kontrollieren. Da aber auch die Gäste nicht wirklich offensiv agierten, herrschte große Langeweile. Für eine erste gelungene Aktion sorgte Roßlaus Torjäger Otto Möbius, der eine Wlodarski-Flanke direkt nahm, aber das Tor doch deutlich verfehlte. Nach 17 Minuten hatten die Gäste ihre erste Chance, doch Germania-Keeper Alexander Winzer war auf dem Posten. In der 39. Minute dann der Schock für die Gastgeber. Ein Freistoß aus über 20 Metern von Ley ging an der Mauer vorbei und ins linke untere Tor-Eck zum 0:1.
Die zweite Halbzeit begann aus Roßlauer Sicht verheißungsvoll. Einen Freistoß von Christian Fräßdorf von der rechten Seite nahm Möbius direkt, traf den Ball aber nur mit der Spitze. Germania versuchte, über den Kampf zurück in das Spiel zu finden. Doch die Gäste machten geschickt die Räume eng und verlegten sich auf Konter-Angriffe. Die Gastgeber warfen alles nach vorn, konnten sich aber keine weiteren Chancen erspielen, nachdem zuvor Handrich und Jersak verheißungsvolle Möglichkeiten ausgelassen hatten. Kurz vor Schluss bot sich Handrich nach einem Eckball doch noch eine Kopfball-Möglichkeit, doch das Leder wurde noch abgefälscht. Es war gleichzeitig die letzte Aktion des Spiels, Roßlau stand erneut mit leeren Händen da.
Germania Roßlau: Winzer - Handrich, Sens, Fräßdorf, Emmert - M. Fräßdorf, Berger, Jersak, Wlodarski (74. Rohr) - Thauer 64. Schmidt), Möbius
Quelle:MZ
