Bambinis des VFB landen großen Coup

Daniel Richter, 29.03.2010

Bambinis des VFB landen großen Coup

MZ-Bambinicup: FC Grün-Weiß Piesteritz gewinnt das Finale gegen Gräfenhainichen

Jüngste Kicker mit viel Spaß und Leidenschaft am Ball

 

 

 

MZ-Bambinicup
VON ANDREAS RICHTER, 28.03.10, 18:34h, aktualisiert 28.03.10, 20:44h Im Finale des fünften MZ-Bambini-Cups trafen am Sonntag in der Wittenberger Stadthalle Piesteritz (Gelb-Rot) und Gräfenhainichen aufeinander. (FOTO: ACHIM KUHN)Bild als E-Card versenden Bild als E-Card versenden WITTENBERG/MZ. Ehe Emil reagieren konnte, hatte er den Ball am Kopf. Vor Schreck wusste der Fünfjährige nicht so genau, ob er umfallen, einen Brüller loslassen oder sich Hilfe suchend umschauen sollte. Doch sein Trainer René Ronneburg und Co. Timo Wölk hatten das Missgeschick mitbekommen und brachten den kleinen Fußballer in Sicherheit - auf die Tribüne. Bis dahin stahlen sich zwar zunächst ein paar Tränen aus den Augenwinkeln von Emil Stark, doch der Kleine machte seinem Nachnamen alle Ehre: Er nahm den ungeplanten Ballkontakt stark, und außerdem wollte er unbedingt wissen, wie es auf dem Parkett der Wittenberger Stadthalle weitergehen würde.

Dort standen nämlich gerade seine Teamkollegen vom SV Seegrehna und rangen um den zweiten Platz in ihrer Staffel. Und dies interessierte Emil dann doch mehr, zudem hatten Auge und Wange nicht viel abbekommen, und der Schmerz war rasch vergessen. Schließlich galt es, Daumen zu drücken, um beim fünften MZ-Bambini-Cup, der gemeinsam mit dem Jugendausschuss des Wittenberger Kreisfußballfachverbandes organisiert wurde, möglichst weit vorn zu landen. Zehn Teams waren der Einladung gefolgt, und die kleinen Kicker gingen beherzt, voller Spaß und mit viel Leidenschaft an die Sache.

"Ja, Leidenschaft haben die Knirpse durchweg, da ist man mitunter erstaunt, wie ernst sie das bereits nehmen, teilweise muss man sie sogar in ihrem Elan etwas bremsen", berichtete der Seegrehnaer Coach René Ronneburg am Rande des Spektakels. Er nutze sehr gern Gelegenheiten, wie das MZ-Turnier, um auf fremden Parkett Fähigkeiten und Fertigkeiten auszutesten. "Ich finde es toll, dass es nach wie vor solche Möglichkeiten für die allerjüngsten Fußballer gibt. Und ich möchte da auch mal ein direktes Dankeschön an Joachim Golly als Chef des KFV-Jugendausschusses richten. Der macht das ganz toll und engagiert."

Der so Gelobte hatte am Sonntag aber auch alle Hände voll zu tun. Hallenansagen durchgeben, Anzeigetafel bedienen, Ergebnislisten schreiben, Urkunden ausfüllen, Medaillen sortieren. Doch Joachim Golly erledigte dies in der ihm eigenen ruhigen Art, und wer ihn genau beobachtete, sah öfters ein Schmunzeln auf seinen Lippen. Denn natürlich nahm sich der KFV-Fachmann Zeit, dem Geschehen auf dem Parkett zu folgen, um sich dann ebenso wie die anderen über gelungene Aktionen zu freuen oder den kleinen Kickern auch mal Mut zuzusprechen, wenn etwas nicht so klappte.

Und natürlich klappte noch nicht alles. Doch man muss im Leben nicht immer Sieger sein, um zu gewinnen. Diese erste Lebenserfahrung nahm am Sonntag auf jeden Fall Peer Förster mit nach Hause. Der Fünfjährige stand zwischen den Pfosten der zweiten Vertretung von Allemannia Jessen. Nun gut, sein Team kassierte einige Gegentore, wurde am Ende Zehnter. Aber egal, denn Peer wurde fleißig gelobt. Noch nicht mal ein Jahr ist er beim Fußball dabei, und beim MZ-Turnier zeigte er, dass er schon so manche "Granate entschärfen kann". Was Mutter Nadin stolz machte, sie fieberte an der Bande mächtig mit. "Ich schwitze mehr als er, das muss ich echt zugeben. Dabei ist es ja eigentlich egal, welchen Platz die Kinder erringen, Hauptsache sie haben Spaß. Aber so sind wir Eltern wohl," fügte die Jessenerin an.

Da hatte sie Recht. Denn in puncto Anfeuern, Hinweise geben, Mitfiebern, und dies alles in möglichst maximaler Lautstärke, lagen die Muttis und Vatis um Längen vorn. Am Ende des Turnier hatten vor allem die Muttis und Vatis der Piesteritzer Bambinis den lautesten Grund zum Jubeln. Schnappten sich ihre Kleinen doch in einem packenden Finale gegen den VfB Gräfenhainichen (1:0) den Siegerpokal. Und auch Seegrehna erreichte sein Traumziel. Emil Stark und sein Team wurden Dritter.


Quelle:MZ