Spielberichte vom Wochenende

Daniel Richter, 12.04.2010

Spielberichte vom Wochenende

Kemberg tritt aus Schatten von Piesteritz

 

 

 

Am Boden
erstellt 11.04.10, 19:19h, aktualisiert 11.04.10, 20:37h Piesteritz II war über die deutliche Niederlage gegen Kemberg (Schwarz) am Ende sehr enttäuscht. (FOTO: ACHIM KUHN)Bild als E-Card versenden Bild als E-Card versenden WITTENBERG/MZ. In der Fußball-Landesklasse, Staffel fünf, haben sich Annaburg und Gräfenhainichen aus dem Abstiegsstrudel gezogen.

FC Grün-Weiß Piesteritz II - SV Rot-Weiß Kemberg 0:4

Es ist passiert, Rot-Weiß Kemberg ist da angekommen, wo das Team bereits seit Monaten hin möchte: Auf dem ersten Tabellenplatz. Mit einem eindrucksvollen 4:0-Erfolg wurden die bis dato Führenden, Piesteritz II, auf den zweiten Platz im Klassement verwiesen. Nico Geißler (0:1, 17.; 0:2, 31.), Matthias Liebmann (0:3, 36.) und Pavel Sedlacek (0:4, 60.) erzielten die Tore in einer Partie, die zuweilen sehr hart (vier rote Karten) geführt wurde, und in der Piesteritz II mehr versuchte gegenzusetzen, als es das Ergebnis vermuten lässt. Jens Panier, Kembergs Fußballabteilungsleiter, war schon ein wenig erstaunt, dass der Sieg letztlich so klar ausfiel. "Am Ende war er aber verdient. Wobei ich heute keinen Vorentscheidung um die Meisterschaft gesehen habe. Das Rennen ist weiter völlig offen. Nur, dass wir es jetzt selbst in der Hand haben, aufzusteigen."

CfC Germania Köthen - Graf Zeppelin Abtsdorf 1:0

Ein personell stark gebeuteltes Gästeteam lief beim Tabellendritten auf und verlor am Ende sogar noch fast unglücklich. Denn mit Ruhm hat sich der Favorit nicht bekleckert. Im Gegenteil, wer dachte, dass Schlusslicht Abtsdorf zurückhaltend agieren würde, sah sich getäuscht. Es gab zwar nur wenige Höhepunkte, doch vor allem im ersten Abschnitt waren es die Grafen, die zu Chancen kamen. In der zweiten Halbzeit war es dann Thomas Mann, der Köthen vor einer möglichen Schmach rettete (89.).

FC Grün-Weiß Wolfen II - SV Einheit Wittenberg 3:0

Erschreckend schwach präsentierten sich die Einheit-Akteure beim Kellerduell. Im ersten Spielabschnitt war sogar die Möglichkeit da, selbst ein Tor zu erzielen, aber die Versuche von Phillip Mücke und Michael März waren nicht von Erfolg gekrönt. Die Verbandsligareserve zeigte in den zweiten 45 Minuten, wie erfolgreich Fußball gespielt wird. Innerhalb von einer Viertelstunde war das Endergebnis erreicht. Denny Schreier und zweimal Martin Schulz waren die Torschützen (53., 63., 68.). Jetzt sind die Stache-Schützlinge so richtig in den Abstiegskeller gefallen.

SG 1919 Trebitz - SV Grün-Weiß Annaburg 1:2

Annaburg bestimmte in der ersten Viertelstunde das Geschehen, jedoch ohne zählbaren Erfolg. Fast wäre Trebitz in dieser Phase das erste Tor gelungen, doch Patrick Schulze verzog freistehend. Die verdiente 0:1-Führung für Grün-Weiß gelang Steffen Kassuba per Kopf (35.). Nach der Pause versuchte Trebitz unbedingt den Ausgleich zu erzielen, spielte sich aber meist in der gegnerischen Abwehr fest. Doch in der 63. Minute kam Enrico Franzel zum 1:1. In der Schlussphase erarbeitete sich Annaburg einige Möglichkeiten, zunächst ungenutzt. Erst in der 85. Minute verlängerte Marco Liebig den Ball an die Lattenunterkante, von wo aus das Leder ins Tor sprang.

TSV Mosigkau - SV Blau-Weiß Klieken 0:2

Mit dem dritten Auswärtssieg innerhalb einer Woche machten die Kliekener einen weiteren wichtigen Schritt in Sachen Klassenerhalt. In der ersten Halbzeit sahen die Zuschauer ein Spiel auf schwachem Niveau. Tormöglichkeiten waren hüben wie drüben Mangelware. Nach dem Wechsel fingen die Gäste endlich an, Fußball zu spielen. Lohn der Bemühungen waren zwei schöne Tore von Steve Jornitz (65.) und Kevin Kählitz (79.).

Hellas 09 Oranienbaum - SV Blau-Rot Pratau 4:2

In einem flotten Spiel fuhr Oranienbaum seinen ersten Erfolg der Rückrunde ein. Wunschgemäß begann die Partie für die Platzherren indes nicht. Schon in der zweiten Minute kam Hellas-Keeper Michael Hruby an eine Gäste-Flanke nicht heran und Mario Hörnig stand goldrichtig zum 0:1. Hellas reagierte aber. Benny Woitha bewies seine Gefährlichkeit doppelt (8., 13.) und setzte Pratau unter Zugzwang. Stefan Hinkelmann besorgte den Ausgleich (28.). Im zweiten Abschnitt wogte die Partie lange hin und her. In der 77. Minute leistete sich jedoch Ronny Krüger ein Foul im Strafraum. Marcel Weise verwandelte den Elfmeter zum 3:2. Als der Pratauer Matthias Lehniger die Ampelkarte sah (84.), nutze Hellas durch Philipp Lorius den personellen Vorteil zur Entscheidung (86.).

SV Gölzau - VfB Gräfenhainichen 1:3

Als Erster schlug der VfB zu. Bei einem von Sven Krawetzke geschlagenen Freistoß hielt Daniel Richter sein Bein dran und gab dem Ball so die Richtung zum 1:0 (8). Dann musste Jens Störer verletzt vom Feld (26.). Für ihn lief mit Jens Stockmann ein offensiv ausgerichteter Spieler auf, was Umstellungen erforderte. In dieser Phase kam der SV durch Robert Winkler zum 1:1 (27.). Mit Beginn des zweiten Abschnitts übernahmen die Goral-Schützlinge das Handeln. Auch, als sie kurz nach Anpfiff auf Tim Anders verzichten mussten. In der 52. Minute hatte der aufgeben. Zum Glück war es aber nicht die befürchtet schwere Verletzung. Der VfB baute die Führung aus. Richter schoss das 1:2 (80.). Den Schlusspunkt setzte erneut Richter in der sechsten Minute der Nachspielzeit.

 

CFC zieht Kopf noch aus der Schlinge

 

CFC (in Rot-Weiß)
VON THOMAS RINKE, 11.04.10, 22:25h, aktualisiert 11.04.10, 22:31h Über weite Strecken war nicht schön anzusehen, was der CFC (in Rot-Weiß) am Sonnabend gegen Abtsdorf anbot. (FOTO: HEIKO REBSCH)Bild als E-Card versenden Bild als E-Card versenden KÖTHEN/MZ. Masaro Ito war am Samstag sicher einer der wenigen Zuschauer, die zufrieden das Stadion an der Rüsternbreite verlassen haben. Ito ist Japaner und besuchte die Kreisstadt als "Groundhopper". Das sind Leute, die es sich zum Ziel gesetzt haben, so viele Fußballplätze in so vielen Ländern wie möglich zu besuchen und dafür Punkte zu sammeln. Ito hat also bereits viele Fußballschauplätze auf der ganzen Welt gesehen. Seine Eindrücke vom Besuch des Köthener Stadions, und auf Nachfrage des Reporters sein Fazit vom Spiel, schilderte er auf Englisch wie folgt: "Es ist eine sehr schöne Anlage. Das Spiel war okay." Eine Einschätzung, die sicher seiner asiatischen Höflichkeit geschuldet war.

Wo ist der Spielwitz?

Denn das Spiel war aus Sicht des gastgebenden CFC Germania über weite Strecken alles andere als okay. Zum wiederholten Male in der Rückrunde konnte man bei einem Köthener Spiel nicht erkennen, wer von beiden Mannschaften Aufstiegskandidat ist - und wer gegen den Abstieg kämpft. Die Gäste vom SV Graf Zeppelin Abtsdorf sind aktuell Tabellenletzter. Ein Zuschauer des Spiels, der das Tableau nicht kennt, wäre am Samstag nicht zu diesem Schluss gekommen. Es standen sich zwei Mannschaften gegenüber, die sich im Mittelfeld neutralisierten und so gut wie keine Torchancen besaßen. Der Job des Köthener Stadionsprechers war Entspannung für die Stimmbänder - denn zu erzählen gab es nicht viel. Germania war auf einer Position neu besetzt. Der wiedergenesene Konstantin Finze übernahm die Rolle des Liberos und machte dies mit seinen 18 Jahren äußerst abgebrüht. Steffen Fricke saß ebenso auf der Bank wie Christian Minge, Imre Luckau, Ronny Müller und Matthias Janda.

Nach einer gespielten Stunde musste Alexander Brückner verletzt vom Platz, für ihn kam Luckau als neuer Rechtsverteidiger. Es begann danach die beste Phase für den CFC. Erst wurde Lars Geffert im Strafraum bei einem Kopfballduell mit kräftigem Körpereinsatz behindert (68.). Dann legte sich Thomas Mann den Ball in Bedrängnis zu weit vor, so dass der Abtsdorfer Torwart einen Schritt schneller am Ball war (70.). Doch diese Offensivbemühungen ermöglichten den Abtsdorfern, ihrerseits Angriffe vorzutragen. Bei einem hohen diagonal geschlagenen Ball zögerte Köthens Schlussmann Jens Kaulitzki zu lange und musste gegen einen Abtsdorfer Schuss zur Stelle sein. Den Abpraller konnte ein weiterer Gästespieler nicht kontrollieren und setzte ihn weit über das Tor (74.). Die beste Chance hatte dann Matthias Mann. Nach einem weiten Einwurf von Ronny Müller - der mit den Händen fast gefährlicher wirft als mit seinen Füßen schießt - war der Mittelfeldspieler allein vor dem Tor, traute sich jedoch keinen Volleyschuss zu. Bei der Annahme versprang ihm dann der Ball (78.). Sein Bruder setzte in der besten Phase der Köthener eine Flanke von Geffert per Kopf über das Tor (84.). Nun kündigte sich der späte Siegtreffer fast schon an. Mit dem ersten groben Schnitzer in der Hintermannschaft unterschätzte ein Abtsdorfer Verteidiger einen hohen Ball, der so bei Geffert landete. Aus spitzem Winkel setzte er zum Torschuss an, der jedoch pariert wurde. Den Querschläger holte sich Thomas Mann und schoss ihn mit der angestauten Wut von 89 schlechten Spielminuten unter die Latte. Köthen hatte den Kopf gerade noch aus der Schlinge gezogen.

Frust bei den Abtsdorfern

Abtsdorfs Thomas Pielorz rang nach dem Abpfiff nach Worten - verständlichweise. "Die Mannschaft hat mit dieser engagierten Leistung hier eigentlich mehr verdient gehabt", so der Trainer, "doch uns fehlt im Moment vor allem das Glück."

Das hatte der CFC auf seiner Seite, der mit dem späten Siegtreffer weitere vereinsinterne Personaldiskussionen vorerst vertagen konnte. Doch den wenigen Zuschauern entging nicht, dass das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer Peter Franczak derzeit auf dem Prüfstand steht.


Quelle:MZ