Germania Roßlau und Vorwärts Dessau wollen fusionieren!!!

Daniel Richter, 23.04.2010

  

Germania und ASG Vorwärts reden schon über eine Fusion

Nico Frauendorf (Vorwärts)
VON FRANK HARNACK, 20.04.10, 20:22h, aktualisiert 20.04.10, 20:44h Stürmt Nico Frauendorf (Vorwärts) ab Sommer für einen neuen Dessau-Roßlauer Verein? (FOTO: SEBASTIAN)Bild als E-Card versenden Bild als E-Card versenden DESSAU-ROSSLAU/MZ. Kräftebündelung: Das ist ein Schlagwort, das in jüngster Vergangenheit immer häufiger fiel, wenn es um den Dessauer Sport ging. Wegen der sinkenden Einwohnerzahl der Elb-Muldestadt und dem wirtschaftlich überschaubaren Potenzial der Region wollen viele in dem Verschmelzen von Vereinen eine Perspektive für die Zukunft erkennen.

Wurde bisher über das Thema oft nur vage debattiert, machen Germania Roßlau und Vorwärts Dessau jetzt offenbar ernst. "Wir haben uns seit Februar drei Mal getroffen", bestätigt Frank Fritzsche, Präsident von Germania Roßlau, den Kontakt zur erst kürzlich ihren fünften Geburtstag feiernden ASG Vorwärts. Von dieser ging die Initiative aus. "Wir sind der Meinung, dass, wenn man höherklassig Fußball spielen will, dies nicht mehr allein geht", verdeutlicht der zweite ASG-Vorsitzende Bernd Spittka das Ansinnen.

Bei der Suche nach möglichen Fusions- oder Kooperationspartnern waren die Dessauer rasch auf Germania gekommen. "Das ist eine nahezu ideale Konstellation. Roßlau ist in einem anderen Stadtteil beheimatet und hat viel Potenzial. Mit 05 bräuchten wir da sicher nicht reden", erläutert Spittka, der als Präsident den mittlerweile insolventen FC Anhalt jahrelang in der damals noch viertklassigen Oberliga hielt. Das Schicksal des FC Anhalt und des zweiten großen Fußballvereins der Muldestadt, Dessau 05, sind für Fritzsche warnende Beispiele für fehlende Kooperationen.

Sowohl Anhalt, als auch 05 bezahlten den Versuch, höherklassigen Fußball zu spielen, mit einem Insolvenzverfahren. Während Dessau 05 der Neustart gelang, wurde der FC Anhalt aufgelöst. Mittlerweile ist der Fußball in der Muldestadt nur noch in der siebthöchsten deutschen Spielklasse vertreten. "Dabei hätten wir hier das Potenzial für die höchste Landesspielklasse. Doch stattdessen nehmen wir uns immer gegenseitig die besten Spieler weg. Das muss aufhören", verdeutlicht Spittka, wohin die Reise nach einer Fusion gehen soll und schließt dabei auch den Aufbau einer großen Jugendabteilung als Basis mit ein.

Doch der Weg bis dorthin ist noch weit. Die Reaktionen auf die Fusions-Nachricht fielen in Roßlau "fifty-fifty aus", weiß Fritzsche, dass er noch viel Überzeugungsarbeit leisten muss. "Ich kann aber das Gerede über Animositäten nicht mehr hören. Alte Befindlichkeiten gehören über Bord geworfen - und zwar alle", macht Fritzsche klar. Natürlich, so der Germania-Chef weiter, gibt es "ein, zwei Sachen, die uns nicht so behagen und über die wir mit den Vorwärts-Leuten reden werden". Dabei denkt Fritzsche an die Vorwärts-Fans, nicht aber an die Frage der Spielstätte. "Wir werden den Elbesportpark sicherlich nicht aufgeben."

Offen ist derzeit auch, unter welchem Namen der künftige Verein spielen wird. "Germania Vorwärts Dessau-Roßlau wird er sicherlich nicht heißen. Das ist ja viel zu lang. Mir schwebt da ein vielleicht vollkommen neuer Verein mit einem neuen Namen vor", erläutert Spittka. In diesem neu zu gründenden Verein könnten dann Germania und Vorwärts als juristische Personen Mitglieder werden "und somit die Tradition beider Gemeinschaften fortführen", meint Spittka. Ob das rechtlich auch so funktioniert oder ob man einen anderen Weg gehen muss, wird derzeit noch abgeklärt.

Einen exakten zeitlichen Rahmen für das Zusammengehen gibt es noch nicht, aber Spittka könnte sich vorstellen, dass es "schon in diesem Sommer" soweit ist. Fritzsche will zunächst in den kommenden 14 Tagen die Gespräche mit dem Vorwärts-Vorstand wieder aufnehmen. Denn noch fordert das aktuelle Tagesgeschäft bei beiden Vereinen die Mobilisierung aller Kräfte. Denn sowohl Germania in der Landesliga, als auch Vorwärts in der Landesklasse stecken mitte im Abstiegskampf.


Quelle:MZ