Für die Wittenberger war es das fünfte Heim-Remis in Folge. Beide Mannschaften taten sich sehr schwer, überhaupt Angriffe vor das gegnerische Tor zu fahren. Die aufregendste Situation in der ersten Hälfte gab es in der 36. Minute. Der Wittenberger Phillip Mücke überprüfte den Leistungsstand von Gäste-Keeper Patrick Karpinski. Gleich nach Wiederbeginn war es erneut Mücke, der mit seinem straffen Schuss an Karpinski scheiterte (46.). Jetzt passte sich das Match dem immer grauer werdenden Himmel an. Zwar waren beide Teams stets bemüht, Akzente zu setzten, aber phasenweise muss man das Offensivspiel von beiden Seiten als erschreckend schwach bezeichnen. Als sich alle schon mit dem torlosen Remis abgefunden hatten, war es Einheit-Akteur Tobias Noack, der sich im Mittelfeld den Ball eroberte und sofort den eingewechselten Steven Herold in die Gasse schickte. Ihm bot sich die größte Chance des Spiels überhaupt. Doch er schob den Ball am Tor vorbei (90.).
Dem Abtsdorfer Trainer Dennis Vogt standen lediglich elf Spieler zur Verfügung. "Keine Mannschaft der Klasse außer Abtsdorf kann solche Ausfälle kompensieren", meinte der Coach nach dem Schlusspfiff selbstbewusst. Youngster Steven Zentgraf gelang das "goldene Tor". Es bleibt wohl ein ungeschriebenes Gesetz, dass Klieken einfach nicht in Abtsdorf gewinnen kann. Mit diesem Sieg haben die Zeppeline Tuchfühlung zu den Nichtabstiegsplätzen aufgenommen.
VfB Gräfenhainichen - SG 1919 Trebitz 5:1
Die zweitbeste Rückrundenmannschaft schickte Trebitz mit einer deutlichen 1:5-Niederlage im Gepäck auf die Heimreise. "Der Sieg geht völlig in Ordnung. Nur fiel der für meinen Geschmack ein Tor zu hoch aus", zollte nach der Partie Gäste-Coach Mathias Janowski dem Gewinner Respekt. Dabei gingen seine Farben nach nur vier Minuten in Führung. Nach einem Freistoß sprang Enrico Heede im Strafraum höher als alle anderen Kicker und köpfte ungehindert ein.
Beim VfB war trotz des frühen Rückstandes keinerlei Verunsicherung zu spüren. So etwas könnte man auch Selbstvertrauen pur nennen. Die breite Brust zeigte Franz Unger, als er drei Gegenspieler wie Slalomstangen umkurvte und mit seinem satten Schuss (20.) aber kein Glück hatte. Gräfenhainichen war spielerisch überlegen. So wurden die gegnerischen Angriffe meist schon im Mittelfeld abgefangen und umgehend ein neuer Angriff eingeleitet. Der Erfolg sollte nicht lange auf sich warten lassen. Den gab es beim nächsten Spielzug, der von Christian Ackermann mit Pass auf Aron Scheffler eingeleitet wurde. Dieser wiederum setzte Robin Schwanengel in Szene, dessen Flanke bei Daniel Richter landete. Da der Trebitzer Schlussmann am Ball vorbei segelte, hatte Richter freie Bahn zum 1:1 (31.). Da anschließend Oliver Pannier nach einem von Nico Hiller ausgeführten Freistoß den Ball nicht im Tor unterbringen konnte, ging es mit diesem Ergebnis in die Kabinen.
Die zweite Hälfte hätte Unger fast mit einem Paukenschlag eingeleitet, nur versprang ihm die Kugel auf dem unebenen Boden (50.). Anschließend klappte es besser. Richter zog auf der rechten Seite bis zur Torauslinie und setzte eine lange Flanke, die bei Unger unweit des langen Pfostens landete. Der wiederum legte zurück auf den in den Strafraum eingedrungenen Richter, der per Kopfball das Leder entgegen der Laufrichtung des Keepers versenkte (53.). Nun schienen die Gäste schon ein bisschen beeindruckt zu sein, denn unmittelbar danach hätte Scheffler den Vorsprung noch ausbauen können (61.). Sicher fehlte ihm hier die nötige Kaltschnäuzigkeit. Anstatt auf Richter abzulegen, hätte er selbst abschließen müssen. So dauerte es noch einmal 60 Sekunden, bevor die heimischen Schlachtenbummler erneut jubeln durften. Nach Foul an Marc Dieterichs gab es Elfmeter. Die Verantwortung übernahm nicht wie gewohnt Jens Störer, sondern Dieterichs selbst. Sein Schuss war so straff und präzise, dass sein Gegenüber nie eine Chance hatte, an den Ball zu kommen. Nun schien der Trebitzer Widerstand endgültig gebrochen. Blieb Hannes Wagner bei seinem Schuss aus gut 16 Metern noch der Erfolg verwehrt, klappte es nach einer Ecke von Dieterichs besser (4:1, 66.). Nur einmal noch hatte Robert Albrecht im VfB-Tor eine brenzlige Situation (73.) zu überstehen, bevor Richter den Sack endgültig zuband (90.).