Abstdorf schlug sich Wacker gegen Uwe-Seeler-Elf

Daniel Richter, 17.05.2010

Abstdorf schlug sich Wacker gegen Uwe-Seeler-Elf

 

Rekordzuschauerkulisse in Abtsdorf

 

 
Dariusz Wosz (weißes Trikot)
Dariusz Wosz (weißes Trikot) und seine Mannschaftskollegen der Uwe-Seeler-Traditionself setzten sich am Donnerstagsnachmittag erwartungsgemäß deutlich beim Männertags-Freundschaftsspiel gegen eine Auswahl Abtsdorfer Fußballer mit 10:4 durch. (FOTO: THOMAS KLITZSCH)
Bild als E-Card versenden Bild als E-Card versendenVON ANDREAS RICHTER, 14.05.10, 20:00h, aktualisiert 14.05.10, 21:45h
ABTSDORF/MZ. Die Anhängerinnen des orientalischen Tanzes aus Abtsdorf hatten es sich am Männertag gemütlich gemacht. Ausnahmsweise standen nicht sie im Mittelpunkt (das wäre am Himmelfahrtstag für die Herren aber zweifellos ein Aufreger gewesen). Die Damenrunde zog es auf den Sportplatz. Ausgerüstet mit Sekt und in bester Laune wollten sie sich das Fußballspektakel auf dem Rasen nicht entgehen lassen. "Männer schauen", hieß ihr Motto. Wobei die lustige Truppe immer wieder in der Meinung schwankte, ob denn die Waden der heimischen Fußballer oder die der Kicker der Uwe-Seeler-Traditionself die strammeren seien. Spaß hatten die Frauen aber auf jeden Fall.

Und den hatten sie nicht allein. Knapp 2 000 Besucher - eine Rekordzuschauerkulisse - verbrachten den Nachmittag in Abtsdorf. Der örtliche Sportverein Graf Zeppelin hatte sich schließlich etwas ganz Besonderes ausgedacht. Da man nach vielen Jahren endlich das neue und wahrlich schmucke Vereinsheim seiner Bestimmung übergeben konnte, war die Idee entstanden, dieses Ereignis mit einem Fußballspiel zu krönen, das es so bislang in Abtsdorf noch nie gab. Dass ehemalige Profifußballer der Deutschen und der DDR-Nationalmannschaften sowie aus Bundesliga- und Oberligavereinen auflaufen garantiert ebenso Aufmerksamkeit wie ein Besuch von Fußballlegende Uwe Seeler. Da dieser seit Jahren ehemalige Aktive in einer Traditionself um sich schart und mit diesen quer durch die Republik reist, lud man ihn mit seinen Jungs nach Abtsdorf ein.

Und am Donnerstag waren sie vor Ort. "Uns Uwe", wie Seeler von Fans immer wieder liebevoll genannt wird, stand zwar selbst nicht auf dem Platz, "dafür bin ich nicht mehr jung genug", aber als Coach verfolgte er das Geschehen auf der Trainerbank hautnah und zollte nach dem Abpfiff den Abtsdorfern Lob. Die hätten seinen Profis schon einiges abverlangt, auch wenn die Altstars 10:4 gewannen. Was den Erwartungen entsprach, aber auch nicht so sehr ins Gewicht fiel, das Ergebnis war doch eher zweitrangig. Wobei, die Partie war ansehenswert. Denn "nur ein lustiges Geplänkel auf dem Grün" wurde den Besuchern nicht geboten. Die Gastgeber hatten sich unmissverständlich das Ziel auf die Fahnen geschrieben, nicht sang- und klanglos unterzugehen. Was sie prompt mit dem ersten Tor des Tages unterstrichen. David Sokolischin drehte zur Jubelrunde ab. Zwar gelang dann im ersten Abschnitt kein Treffer mehr, und die Seeler-Truppe ging mit acht Toren in die Kabine, dafür klappte es in den zweiten 45 Minuten noch mit drei Treffern. Und es gab sogar noch einige Chancen mehr. Da erging es den Platzherren aber wie den Gästen, der Ball fand nicht jedes Mal den Weg ins Netz.

Aber wie erwähnt, das Ergebnis hatte nicht die Hauptbedeutung an diesem Tag. Markus Horsch, Vorsitzender Graf Zeppelin Abtsdorf, brachte es am Rande des Geschehens ziemlich genau auf den Punkt. "Es ist das geworden, was wir wollten. Nämlich ein Fest für die ganze Familie." Zudem hatte man in Abtsdorf damit wohl auch die beste Variante gefunden, sich bei allen, die am Bau des neuen Vereinsheimes ihren Anteil hatten, zu bedanken. Schon am Mittwochabend war es eingeweiht worden, und mit einer langen Party ging es in den Männertag über, der dann zum besagten Familienfest avancierte. Kinder und Frauen hatten freien Eintritt, die Herren konnten beim Männertagsbier fachsimpeln und auch das Wetter hielt halbwegs mit. Es war zwar ziemlich frisch, aber es regnete nicht. Die Stimmung war also bestens, auch unter den Star-Kickern. Sie fanden die Atmosphäre toll, genossen es, von ihren Anhängern immer wieder reichlich bejubelt zu werden. Weswegen sie nach dem Abpfiff auch geduldig den vielen großen und kleinen Fans Autogramme gaben und sich reichlich Zeit nahmen, Fragen zu beantworteten.

In der Traditionself spielten: Hans-Jürgen (Dixi) Dörner, Daruisz Wosz, Frank Mill, Klaus Fischer, Christian Wörns, Uwe Bein, Harald Spörl, Jörg Heinrich, Roger Lutz, Uwe Schulz, Markus Kranz, Dimo Wache, Steffen Herzberger


Quelle:MZ