Neben Nudersdorf träumt auch DSV 97 Dessau vom Aufstieg
Daniel Richter, 20.05.2010
Zum Abschied noch auf Meisterkurs

Der 50-jährige Rüdiger Hein (links), derzeit noch Trainer der D-Jugend, wird beim Dessauer SV 97 ab 1. Juli Nachfolger von Rainer Fräßdorf als Trainer der ersten Männermannschaft. (FOTO: DSV)
DESSAU/MZ. Es ist beschlossene Sache, egal wie die Saison ausgeht. Am 30. Juni hat Rainer Fräßdorf auf eigenen Wunsch hin seinen letzten Tag als Trainer der ersten Männermannschaft des Dessauer SV 97. Am 1. Juli übernimmt sein Nachfolger Rüdiger Hein. In welcher Liga der DSV dann spielt, entscheidet sich womöglich am kommenden Sonnabend. Dann gastieren die 97er ab 15 Uhr beim ESV Lok Dessau.
Es ist nicht irgendein Duell der Fußball-Kreisoberliga, was da im Dietrichshain steigen wird. Ganz im Gegenteil: Wenn der gastgebende Tabellendritte seine Minimalchance auf die Rückkehr in die Landesklasse wahren will, muss er dazu den Spitzenreiter aus den Kienfichten bezwingen.
Der DSV kommt - bei einem ausgetragenen Spiel weniger - mit fünf Punkten Vorsprung nach Haideburg. Nach einem eher durchwachsenen Saisonstart hat Fräßdorf, der 2006 von der damaligen Reserve des SV Dessau 05 zu den 97ern kam, seine DSV-Elf auf Meisterschaftskurs getrimmt. 18 Siege weist die Bilanz des Teams aus. Die letzte Niederlage datiert vom 7. November 2009. Pikanterweise verlor der DSV damals auf eigenem Platz gegen den ESV Lok. Da ist vorstellbar, dass sich die 97er am Sonnabend für die damalige Pleite revanchieren wollen. Mit einem Sieg würde der Fräßdorf-Elf eine Vorentscheidung im Aufstiegsrennen gelingen. Zwölf Jahre nach dem Abstieg aus der Landesklasse.
Doch in den Kienfichten ist man eher vorsichtig bei der Wortwahl, wenn es um die Meisterschaft geht. "Wenn es der sportliche Erfolg hergibt, werden wir die Chance sicherlich wahrnehmen", meint DSV-Manager Holger Amelang. Er lenkt viel lieber die Aufmerksamkeit auf die Nachwuchsarbeit im Verein. "Dort liegt unsere Priorität." Jugendleiter Gerd Zabel pflichtet ihm bei. "In den vergangenen sechs Jahren hatten wir als einziger Verein in Dessau-Roßlau stets alle Altersklassen besetzt." Das zahle sich aus. Die erste Männermannschaft sei dafür das beste Beispiel.
Mit Zabels Sohn Max stürmt dort ein 18-jähriges Talent, das in der aktuellen Saison bereits 14 Treffer erzielt hat und damit aktueller Zweiter der Torschützenliste der Kreisoberliga ist. In der A-Jugend-Mannschaft des DSV kommt er auf 18 Treffer. Seit der Saison 2008 wurde der junge Stürmer langsam in den Männerbereich integriert. "Wir setzen ein Zeichen. Wir schaffen es aus eigener Kraft", verdeutlicht Amelang noch einmal, dass der DSV bei seiner Personalpolitik nicht auf große Spieler-Einkaufstour geht.
Damit sich der DSV auch künftig auf seine Jugend stützen kann, wird es in diesem Sommer wieder einige Events mit und für die Talente geben. Am 6. Juni spielt die E-Jugend gegen Lok Leipzig (10.30 Uhr), am 15. Juni macht das DFB-Mobil ab 16.30 Uhr Station in den Kienfichten. Im Rahmen des Vereinssportfestes am 10. Juli findet nicht nur der Thyrolf- & -Uhle-Cup statt, sondern es kann auch das Fußball-Abzeichen abgelegt werden. Und vielleicht gibt es dann noch eine große Aufstiegsparty der ersten Männermannschaft.
Quelle:MZ
