Roßlau im Abstiegsstrudel - Dessau 05 im Aufstiegsstrudel
Daniel Richter, 28.05.2010
Für 05 hat der Countdown begonnen

Wurde zuletzt von Spiel zu Spiel immer besser: Der 20-jährige Flügelflitzer Philipp Görmer. (FOTO: SEBASTIAN)
DESSAU/MZ/WMI/FHA. Nur noch drei Punktspiele liegen vor den Landesliga-Kickern des SV Dessau 05. Drei Spiele, in denen das junge Team um Kapitän Stephan Schulze seine bisher überraschend starke Saison noch krönen könnte. Mit dem Aufstieg in die Verbandsliga. Es wäre der phänomenale Meisterstreich einer im Sommer 2009 praktisch neu zusammengestellten Mannschaft eines sich damals noch mitten in einem Insolvenzverfahren befindlichen Vereins.
Doch zuvor müssen noch drei Partien gespielt werden, die erste davon am Sonntag im Schillerpark gegen Jessen (14 Uhr). Seit sechs Spielen sind die jungen 05er ungeschlagen, und diese Serie soll auch nach dem drittletzten Match Bestand haben. Mit Jessen kommt der Tabellenfünfzehnte in den Dessauer Norden. Mit einem Sieg würden die 05er nicht nur das Geschehen an der Tabellenspitze weiter spannend halten, sondern auch dem um den Klassenerhalt kämpfenden Ortsrivalen Germania Roßlau Schützenhilfe leisten.
"Das wird ein schweres Spiel, in dem es keinen Schönheitspreis gibt. Wir wollen und müssen gewinnen, um oben dran zu bleiben", erklärt 05-Trainer Dirk Metzker. Jessen hatte an den vergangenen Spieltagen die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Am Pfingstsonnabend fegten die Allemannen im Abstiegsduell Germania Roßlau mit einem ungewöhnlichen 8:4 aus dem eigenen Stadion. Die nächste wichtige Partie im Kampf um den Klassenerhalt am Pfingstmontag gegen Weißenfels wurde wegen Unwetters nach 20 Minuten abgebrochen. "Jessen darf man nicht unterschätzen. Die waren fast schon hoffnungslos abgeschlagen. Aber seit dem Trainerwechsel in der Winterpause sind sie plötzlich wieder im Geschäft", warnt Metzker. Der 05-Coach weiß aber auch, dass sein Team gereift ist und voller Selbstbewusstsein aufspielen kann. "Wir haben nichts zu verlieren, weil wir schon mehr erreichen konnten, als man uns zugetraut hat", motiviert der erfahrene Christian Hildebrandt seine jungen Mitspieler.
Personell sieht es bei den 05ern für das Jessen-Spiel etwas besser aus als zu Pfingsten, da Kapitän und Abwehrchef Schulze wieder mit zum Aufgebot gehört. Ob Stefan Heisig spielen kann, ist jedoch ungewiss. Der Verteidiger trainiert nach langer Krankheit aber schon wieder mit. Volker Nickels hingegen laboriert weiter an einer Verletzung, deren genauer Ursache immer noch auf den Grund gegangen werden muss.
Germania vor vier Endspielen gegen Abstieg
erstellt 26.05.10, 21:13h, aktualisiert 26.05.10, 21:43h
ROSSLAU/MZ/TKO. Die Lage ist ernst und bedrohlich. Durch die zwei Niederlagen zu Pfingsten ist Fußball-Landesligist Germania Roßlau auf den vorletzten Platz der Tabelle abgerutscht. Der Abstieg droht. In dieser Situation sieht sich das Team von Trainer Gerd Möbius am kommenden Wochenende erneut einem Doppelprogramm gegenüber. Bereits am Freitag (Anstoß 18.30 Uhr) geht es im heimischen Elbesportpark gegen den VfL Eintracht Bitterfeld. Am Sonntag kommt dann Spitzenreiter Edelweiß Arnstedt nach Roßlau. Anstoß ist dann 14 Uhr.
Während Germania eigentlich nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt hat, geht es Freitagabend für die Bitterfelder darum, nicht noch weiter in den Tabellenkeller zu rutschen. Nach der Hinrunde noch auf Platz zehn, ging der VfL in der Rückrunde auf Talfahrt und hat nach sechs Niederlagen in Folge nur noch ein Punkt Luft auf den ersten Abstiegsplatz.
Für Germania, das sich für die Hinspielniederlage (1:2) vom ersten Spieltag revanchieren will, ist dieses Match gleichbedeutend mit einem Abstiegs-Endspiel. "Trotz unserer Situation wollen wir beweisen, dass wir besser spielen können, als wir es zuletzt gezeigt haben", erklärt Trainer Gerd Möbius. "Uns helfen nur noch vier Siege in den restlichen Spielen. Das muss jedem klar sein."
Diese Ansage gilt somit nicht nur für das Bitterfeld-Match, sondern auch für das Duell mit Arnstedt am Sonntag. Die Edelweißen haben sich den Aufstieg auf die Fahne geschrieben. Doch bis dahin müssen sie nach ihrem Auftritt im Elbesportpark noch zwei echte Aufstiegs-Endspiele gegen Dessau 05 und Stedten bestreiten.
Ein Punktverlust gegen Germania wäre da unter Umständen fatal, was den Druck auf Edelweiß erhöht, zumal es in der Vergangenheit für Arnstedt in Roßlau nicht viel zu holen gab. Nur ein Punkt konnten die Edelweißen bisher mitnehmen. Im Hinspiel kassierte Germania allerdings eine 0:5-Niederlage. Die Erinnerung daran sollte Ansporn sein, sich diesmal besser aus der Affäre zu ziehen.
Roßlau vor einer düsteren Zukunft

Roßlau im freien Fall Richtung Landesklasse: Dem 4:8 in Jessen folgte am Montag ein 1:3 gegen Stedten. (FOTO: W. FLOHR)
ROSSLAU/MZ/TKO/FHA. Der Kampf um den Klassenerhalt in der Staffel Süd der Fußball-Landesliga, er scheint für Germania Roßlau schon fast verloren. Zwei Niederlagen kassierte die Elf von Trainer Gerd Möbius über Pfingsten. Einem schier unglaublichen 4:8 am Sonnabend in Jessen folgte am Montag ein 1:3 gegen Stedten.
Vier Spieltage vor Schluss beträgt der Rückstand der Germanen damit sieben Punkte auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz. "Die Klasse noch zu halten ist nicht utopisch, und wir werden uns auch reinhängen, aber man muss auch offen sein und sagen, dass es das gewesen sein könnte", meinte Co-Trainer Torsten Kopocz am Montagnachmittag. Dabei hatte es für Germania gegen den Meisterschafts-Kandidaten Stedten gut angefangen, als Otto Möbius die Hausherren schon nach fünf Minuten mit 1:0 in Führung brachte. Die Gäste glichen in der 27. Minute dank eines "recht fragwürdigen", so Kopocz, Handelfmeter aus, und schafften noch vor der Pause das 1:2. Das 1:3 nach 63 Minuten besiegelte das Schicksal der Germania. "Es gibt nichts dran zu deuteln, Stedten war die bessere Mannschaft und hat verdient gewonnen", so Kopocz.
Für ihn und die anderen Roßlauer wäre am Sonnabend beim Kellerduell in Jessen gegen einen direkten Mitkonkurrenten der Sieg wesentlich wichtiger gewesen. Zwölf Tore bekamen die 111 Zuschauer beim 8:4-Sieg der Jessener am Samstag zu sehen. "Das Spiel hätte auch 8:8 oder 9:9 ausgehen können", so Kopocz. Dabei blieb vor allem das Defensivverhalten beider Mannschaften jeglichen Nachweis auf Landesliga-Tauglichkeit schuldig. Jessen ging nach 16 Minuten durch Eckert in Führung, zwei Minuten später ließ Wolter das 2:0 folgen. Roßlau brauchte einige Zeit, um sich davon zu erholen, spielte dann aber weiter nach vorn. Möbius traf zunächst aus Abseitsposition, doch nach 40 Minuten glückte ihm das reguläre 2:1. Kurz vor der Pause traf Görisch dann nur den Jessener Pfosten. Kurz nach dem Seitenwechsel sorgte Bahr für das 3:1, Lutzmann und Wolter bauten die Führung auf 5:1 aus. Vier Minuten später ging das muntere Scheibenschießen weiter, Berger traf im zweiten Versuch zum 5:2, doch Jessen antworte durch Bahr mit dem 6:2. Thauer verkürzte noch einmal (74.). Roßlau boten sich eigentlich Chancen im Minutentakt, da die Gastgeber ob der klaren Führung die Abwehrarbeit vernachlässigten. Doch keine dieser Möglichkeiten konnte genutzt werden.
Dafür musste auf der anderen Seite Winzer in der 84. Minute erneut retten, doch in der 88. Minute war der Germania-Keeper erneut machtlos. Lutzmann tanzte zuvor drei Germanen aus und traf dann zum 7:3. Eine Minute später verkürzte Görisch mit einem Aufsetzer wieder auf 7:4. Den Schlusspunkt setzte dann Jessen. Nach einem Schuss wehrte Winzer das Leder nach vorn ab, Massalski bekam den Ball und vollendete per Kopf zum Endstand. "Die Spiele gegen Herrengosserstedt und Dessau 05 haben uns doch Moral gekostet", fasste Kopocz am Montag zusammen. Die Partie in Jessen trug nicht dazu bei, selbige wieder auzumöbeln.
Roßlau gegen Stedten: Winzer - Emmert, Sens, Jersak, M. Fäßdorf, Handrich, Görisch, C. Fräßdorf, Schöbe (70. Thaur), Möbius, Berger (80. T. Triepel)
Roßlau gegen Jessen: Winzer - M. Frädorf, Sens, Kopocz (63. Wlodarski), Emmert - T. Triepel (55. Thauer), Görisch, C. Fräßdorf, Jersak (82. Jersak) - Berger, Möbius
Meisterschafts-Traum bleibt weiter intakt

Damit am Montag im Schillerpark überhaupt Fußball gespielt werden konnte, mussten nach dem Unwetter Wasser und Hagel vom Hauptplatz geschoben werden. (FOTO: JONAS OTT)
DESSAU/MZ/WMI/FHA. Dessau 05 hat sich mit einem Remis und einem Sieg in den Punktspielen über Pfingsten alle Optionen für den Gewinn der Meisterschaft in der Fußball-Landesliga Süd offen gehalten. Drei Spieltage vor Schluss liegt 05 auf Rang zwei, und hat nur zwei Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Arnstedt.
Beide Teams treffen in 14 Tagen direkt aufeinander. "Wir haben viel dafür getan, damit wir dieses Endspiel noch haben", betonte 05-Trainer Dirk Metzker am Montag nach dem sicheren 3:0 gegen Herrengosserstedt. Die Partie gegen den Tabellenelften wurde wegen des montäglichen Unwetters mit fast 40-minütiger Verspätung angepfiffen und zwischendurch noch einmal unterbrochen. Davon ließen sich die diesmal in gelb-schwarz spielenden Hausherren aber nicht beeindrucken. Oliver Bauer hatte nach fünf Minuten für das 1:0 gesorgt, Philipp Horn ließ Sekunden vor dem Pausenpfiff das wichtige 2:0 folgen. Im zweiten Durchgang kam die Sonne zurück, und auch die Mienen der 05-Fans unter den 162 Zuschauern im Schillerpark hellten sich immer mehr auf. Vor allem, als Maximilian Eschner per Foulstrafstoß auf 3:0 erhöhte. Die Gäste boten zwar in der Offensive durchaus gefällige Angriffe und hatten auch die eine oder andere gute Chance, aber das war insgesamt zu wenig, um den Dessauern beikommen zu können. "Die Mannschaft ist sehr gereift", nickte Metzker zufrieden, der am Sonnabend in Bennstedt auch gern gewonnen hätte.
"Aber in diesem Spiel, vor allem in der ersten Halbzeit, konnten wir in keiner Weise unsere Ambitionen auf Platz eins unterstreichen. Es war letztendlich ein gerechtes Unentschieden, da auch wir keine Chancen des Gegners zuließen und sich deshalb beide Teams so gut wie neutralisierten", analysierte er das Match vom Sonnabend. Im ersten Abschnitt waren die Gastgeber deutlich das dominantere Team, vor allem der ehemalige 05er Timo Lesch zeigte sich bemüht. Das Kraftpaket blieb stets ein Unruheherd. "Aber wir haben es geschafft, seinen Wirkungskreis einzuschränken", meinte Metzker und lobte damit seine Defensivabteilung, die ohne Abwehrchef und Kapitän Stephan Schulze (war über Pfingsten privat verhindert) auskommen musste. Allerdings ging bei den Schwarz-Weißen wenig im Spiel nach vorn. In der ersten Halbzeit gab es nicht einen Torschuss zu verzeichnen und in der zweiten Hälfte erreichte Dessau auch nur durch Standardsituationen den gegnerischen Strafraum. "Mit ihrer harten und kompromisslosen Spielweise haben die Bennstedter unseren Angreifern den Schneid abgekauft. Aber wir haben immerhin beim Fünften einen Punkt geholt und können damit gut leben", zog Christian Hildebrandt nach der Partie Bilanz. Sven Kaluza schloss sich dieser Meinung an: "Mehr war heute nicht drin, Punkt geholt".
In den restlichen drei Saisonspielen trifft Dessau 05 noch auf Jessen (30.5.), Arnstedt (5.6.) und am letzten Spieltag auf Imo Merseburg (12.6.). Nicht einfach, aber machbar. "Die Jungs haben gemerkt, dass man mit der richtigen Einstellung jeden schlagen kann", gibt Metzker die Richtung vor.
Dessau 05 gegen Herrengosserstedt: Broziewski - Bauer (80. Hockemeyer), P. Horn (69. E. Horn), M. Kaluza, S. Kaluza, Merkel, Görmer, Eschner, Hildebrandt, Lukan, Billing
Dessau 05 gegen Bennstedt: Broziewski - M. Kaluza, Merkel, Billing, Görmer, Hildebrandt, S. Kaluza, Eschner, Bauer (86. Müller), E. Horn (72. Hockemeyer), P. Horn
Quelle:MZ
