Kemberg schaut selbstbewusst nach vorn
Daniel Richter, 19.07.2010
Landesliga
Liganeuling Kemberg zeigt sich selbstbewusst

Auch künftig möchte Kembergs Trainer Andrusak Siege sehen. (FOTO: KLITZSCH)
KEMBERG/ELSTER. Zwei Mannschaften aus dem Landkreis Wittenberg werden in der Saison 2010 / 11 um Siege in der Landesliga, Staffel Süd, ringen. Aufsteiger Rot-Weiß Kemberg und Routinier Eintracht Elster stehen im Aufgebot. Sie unterscheidet aber nicht allein die Frage, wer wie lang in der Liga schon kickt. Noch vor dem Anpfiff des ersten Spieles kristallisieren sich einige Unterschiede heraus.
Wer dieser Tage in das Lager der Kemberger hineinhorcht, wird selbstbewusste Töne vernehmen. Abteilungsleiter Jens Pannier zum Beispiel druckst nicht lang herum, wenn man ihn nach einem eventuellen ersten Saisonziel fragt. "Ich denke, wir sind bestens aufgestellt, Platz fünf ist realistisch."
Und auch Trainer Jiri Andrusak wirkt nur ein klein wenig zurückhaltender. "Nun ja, ich würde mich vielleicht nicht ganz so auf diesen Platz fünf festlegen, aber unsere Zielrichtung ist diese Region im Klassement schon." Und woher kommt das Selbstbewusstsein? Für Andrusak basiert die Zielvorgabe auf handfesten Tatsachen. "Unser Altersdurchschnitt liegt bei 25,6 Jahren. Die Jungs sind im besten Fußballalter, und sie haben in der vergangenen Saison gezeigt, wozu sie in der Lage sind." Daher sei es nicht unverschämt, als Liganeuling vorn mitmischen zu wollen.
"Unser derzeitiges, intensives Training beweist mir, welches Potential in Kemberg vorhanden ist, mit diesem Team werden wir in den nächsten zwei Jahren viel erreichen", ist sich der Coach sicher. Die Landesliga als Zwischenstation zur Verbandsliga? So weit lehnt sich Jiri Andrusak dann doch noch nicht aus dem Fenster, "schauen wir mal, was in einem Jahr ist".
In Elster möchte man in einem Jahr zufrieden auf die Landesligasaison 2010 / 11 zurückblicken und als Bilanz sagen: "Wir hatten zu keinem Zeitpunkt etwas mit dem Abstiegskampf zu tun." Und damit wäre auch schon die Saisonvorgabe benannt, Verein und Neu-Trainer Detlef Stache sind sich einig. Stache: "Wir steigen nicht mit der Aussage um einen konkreten Tabellenplatz in die Serie ein. Es soll nicht mehr und nicht weniger passieren, als das wir immer im gesicherten Mittelfeld platziert sind." Detlef Stache, der seinen Coach-Sessel bei Einheit Wittenberg für die Eintracht in Elster verlassen hatte, verneint auch nicht, wenn man von einem gewissen Neuanfang in Elster spricht. "Klar ist es ein neuer Anfang, wenn ein neuer Coach anfängt. Und für die Mannschaft ist es ohnehin wichtig gewesen, nach den Höhen und Tiefen der letzten Saison wieder Kontinuität zu bekommen. Jedenfalls auf dem Trainerposten."
Frank Hirsch, Co-Trainer bei der Eintracht, ist sich sicher, die erwünschte Kontinuität bereits zu erkennen. "Die Entscheidung für Detlef Stache wurde positiv aufgenommen, und man merkt, dass die Chemie stimmt. Wir haben wieder die nötige Ruhe bei uns."
Momentan stecken die Elsteraner noch im Trainingslager, mit dessen Verlauf Stache bislang sehr zufrieden ist. "Ich denke, dass wir dabei sind, einen guten Mittelweg zu finden. Die Jungs sollen Spaß haben, denn es ist im Grunde genommen Freizeitfußball, was wir hier machen. Trotzdem hegen wir Ambitionen für die Saison, die wir nur durch harte Arbeit erreichen. Diesen Ansprüchen stellt sich die Mannschaft, alle knien sich rein." Nur einen Umstand bedauert Stache ein wenig. "Schade, dass Jessen abgestiegen ist, auf die Derbys hätte ich mich sehr gefreut."
Quelle:MZ
