Friedersdorf über die kommende Saison

Daniel Richter, 03.08.2010

Friedersdorf über die kommende Saison

Landesklasse

Kleiner Dämpfer für Friedersdorf

Jung, dynamisch und ehrgeizig – wenn Matthias Burkhardt über das neu formierte Team des SV Friedersdorf spricht, gerät der Vereinspräsident regelmäßig ins Schwärmen. „Was sich in den ersten Tests ansatzweise gezeigt hat, wurde hier in Friedersdorf vorher so noch nicht geboten.“ Am Dienstagabend musste der Landesklassist jedoch einen kleinen Dämpfer hinnehmen.

Zu Gast war der SV Gölzau, frischer Absteiger ausHoffmann der Landesklasse. Die Mannschaft von Trainer Uwe Hoffmann musste danach den Weggang zahlreicher Leistungsträger verkraften. Im Gegenzug kamen ein Duzend Spieler vom Kreisklasseklub SV Arsenal Göttnitz nach Gölzau. Die Qualität der letzten Jahre ist damit nur schwer zu halten, umso erstaunlicher war das 1:1, dass die Gölzauer dem Gastgeber in Friedersdorf abtrotzten. Zwei frühe Tore von Martin Ungefroren (Friedersdorf, 9.) und Andreas Berg (Gölzau, 15.) stellten schon zu Beginn den 1:1-Endstand her. Friedersdorf war das erwartet dominante Team, fand aber keine Wege durch die Gölzauer Hintermannschaft. Die wurde vom Routinier Bernd Hoffmann (Foto), der am Sonntag 51 Jahre alt wird, erstaunlich gut zusammengehalten. Hoffmann kam in der Sommerpause vom FSV Trinum.

Diese kleinen Rückschritte sind es auch, die dafür sorgen, dass Friedersdorfs Vereinspräsident Burkhardt das ganz große Ziel – den direkten Aufstieg in die Landesliga – nicht gerne beim Namen nennt. Die junge Mannschaft soll Spaß haben und locker aufspielen, dann werde der Erfolg von ganz alleine kommen und man müsse ihn nicht krampfhaft herbeizwingen. Ein Blick auf die Konkurrenz zeigt jedoch, dass man sich in Friedersdorf durchaus Hoffnungen auf einen Saisonverlauf machen kann, an dessen Ende der Staffelsieg steht. „Ich sehe keine Mannschaft, die wir nicht schlagen können“, sagt selbst Burkhardt. Als Konkurrenten zählt er vor allem Grün-Weiß Piesteritz II und den VfB Gräfenhainichen. Eintracht Bitterfeld hingegen traut er den Sprung zurück in die Landesliga nicht zu. „Ich freue mich auf die Derbys und das man auf alte Bekannte trifft, aber sportlich sehe ich uns einen Schritt weiter.“

Fußball, so Matthias Burkhardt, ist wie Mathematik: Die Summe aus den besten Spielern führt zusammen mit der besten Fitness zum gewünschten Saisonziel. „Klar geht es auch um Wahrscheinlichkeiten. Aber wenn ich mir 25 Chancen herausspiele, ist die Wahrscheinlichkeit nun einmal sehr groß, dass ich dieses Spiel auch gewinne.“ Ein Summand fehle ihm jedoch, um den Aufstieg als Endergebnis seiner Rechnung herauszubekommen: Alexander Meinhardt. Der Stürmer verließ den SVF vor einer Saison in Richtung Sandersdorf. Mit 31 Toren aus der Kreisoberliga im Gepäck erzielte er in seiner ersten Saison in der Verbandsliga prompt 13 Treffer. „Mit ihm und Martin Ungefroren hätten wir einen unglaublich gefährlichen Angriff“, ist sich der Friedersdorfer Präsident sicher. Er ist sich auch sicher, dass Meinhardt gerne wieder in Friedersdorf spielen möchte und die Anzeichen dafür auch deutlich sind. Bei Union will man davon wenig wissen. Trainer Olaf Schaller baut fest auf den robusten Angreifer, der mit seiner permanenten Torgefahr besticht. „Alexander spielt in meiner Saisonplanung ein große Rolle und ich habe nicht das Gefühl, dass er sich dieser Herausforderung nicht stellen will.“

Tahirovic2Damit wird Meinhardt wohl noch in Sandersdorf bleiben. Drei andere Neuverpflichtungen bringen Friedersdorf und den neuen Trainer Senad Tahirovic (Foto) jedoch weiter. Mit Markus Hahn (ESV Petersroda), Philipp Anton (Eintracht Bitterfeld) und René Reppert (Grün-Weiß Wolfen) hat der Verein drei junge Talente verpflichtet. Vor allem Reppert wird von Präsident Burkhardt hoch geschätzt. „Dieser Junge wird es noch einmal weit bringen – hier auf unserem Niveau ist für ihn nicht Schluss.“ Diese Vorschusslorbeeren des Vorstandes muss die Mannschaft in der bald beginnenden Saison einlösen.


Quelle:unsersport.net