Spielbericht gegen LOK aus sicht des Gegners

Daniel Richter, 24.11.2008

Spielbericht gegen LOK aus sicht des Gegners

Gute Leistung nicht belohnt

LOKal.NEWSTMonline [23.11.2008 | 13:22 Uhr].
Von Enrico Franz und Mario Pompiati

Der ESV Lokomotive Dessau befindet sich in der Fußball-Landesklasse weiter im freien Fall. Die Eisenbahner unterlagen am Samstag des 12. Spieltages einem effektiveren VfL Gräfenhainichen mit 2:0 (1:0) und kassierten damit bereits die achte Niederlage in der laufenden Saison.

ESV-Trainer Steffen Scherz musste Oleksandr Galytskyy und David Otto rotgesperrt ersetzen. So verteidigte hinter der betonintensiven Viererkette Oldie Mario Pompiati, der später verletzt ausschied. Die Dessauer Ultra-Defensive machte mit dem Spiel zunächst das, was sie damit tun sollte: sie zerstörte aufkommende Kombinationen, wo es möglich war. Nur, wenn man den zwei agilen Stürmern auf Gräfenhainicher Seite zu viel Platz ließ (24./ 34.) waren sie gefährlich. Der ESV hielt gegen den favorisierten Landesligaabsteiger erstaunlich gut mit, war über weite Strecken des Spiels ebenbürtig und machte über schnell und gefällig vorgetragene Tempogegenstöße (27./ 33.) immer wieder darauf aufmerksam, dass man sich im Abstiegskampf noch längst nicht aufgegeben hat. Eine Hereingabe von Marco Vogelsang fand in Stefan Gorges per Kopf (27.) seinen Abnehmer. Doch für den bereits geschlagenen gastgebenden Torhüter rettete ein Abwehrspieler auf der Torlinie. Noch vor der Pause (45.) schockte Gräfenhainichen den ESV mit dem 1:0, nachdem Michael Drimel kurz zuvor mit einer viel versprechenden Flanke in den Strafraum keinen Erfolg hatte.

Nach der Pause öffneten die Dessauer etwas ihre Deckung. Wobei deutlich wurde, wie anfällig die Gräfenhainicher-Defensive war. Offensichtlich wurde: der ESV hatte die Spielkontrolle übernommen und machte aus dieser Situation auch etwas. Nach einem Foulspiel an Gorges blieb jedoch der fällige Strafstoss aus. Da hätte der ESV ausgleichen können. Aber auch sonst ergaben sich jetzt vermehrt gute Gelegenheiten dazu. Martin Gautsch (60.), mustergültig von Vogelsang frei gespielt, vergab aus aussichtreicher Position. Doch als der ESV am meisten auf den Ausgleich drängte, schlugen die Gastgeber wieder zurück. Plötzlich stand ein Gräfenhainicher Spieler ungedeckt vor Torhüter Oliver Rönicke. Dieser griff beherzt zu und riskierte damit einen Foulelfmeter, den die Gastgeber zum Ausbau ihrer Führung (70.) auf 2:0 zu nutzen wussten. Auch danach war die Moral im Team der Dietrichshainer längst nicht gebrochen. Einzig zählbares sollte ihnen nicht mehr gelingen, wobei ein Kopfball von Gorges, den er an den Pfosten setzte, noch zu erwähnen wäre.

Der ESV spielte mit: Rönecke, Pompiati (55. Erbring), Siebert, Gautsch, Ma. Drimel, Horn (46.Haseloff), Vogelsang (75. Pfitzner), Schulz, Mi. Drimel, Gehrke, Gorges

Stimmen zum Spiel - Steffen Scherz: "Kompliment an meine Mannschaft, die sich heute gut und teuer verkauft hat. Einstellung und nötige Leidenschaft, die es nunmal im Abstiegskampf braucht, haben gestimmt. Leider haben uns wieder einmal zwei unnötige individuelle Fehler um den verdienten Lohn gebracht".

Mario Pompiati: "Ich glaube, heute hat man deutlich sehen können, wozu der ESV eigentlich im Stande ist. Jedoch fehlt uns derzeit auch das quentchen Glück. Dieses gilt es im letzten Vorrunden Spiel zu Hause gegen Jessen zu erzwingen. Wenn wir alle zusammen weiter an einem Strang ziehen, dann bin ich mir sicher, dass wir im Kampf um den Klassenerhalt weiter unsere Chance haben werden, denn wie ein Absteiger haben wir hier heute keinesfalls gespielt".

Quelle:ESV Lok Homepage