Spielbericht von Sa aus Roßlauer Sicht

Daniel Richter, 13.09.2010

Spielbericht von Sa aus Roßlauer Sicht

Ungläubig schaute Germania´s Trainer-Duo in der 81. Minute auf der Bank, wie der sonst so sichere 11m-Schütze Jens Görisch – es stand 2:1 für die Gastgeber – die Kugel links am Tor vorbei schob. Das Spiel schien gelaufen...

Germania zeigte in Gräfenhainichen die wohl bisher beste Halbzeit der noch jungen Saison. Aus einer sicheren Abwehr heraus wurde das Spiel mit vielen Seitenwechseln aufgebaut, im Mittelfeld wurde Ball und Gegner laufen gelassen und die Stürmer griffen frühzeitig aggressiv an, so dass man immer wieder den Ball erobern konnte. Der Sekundenzeiger war noch nicht einmal ganz rum, da versuchte es Görisch mit einem Schuss, der jedoch links am Tor vorbei ging. Doch mit der ersten Möglichkeit ging der VfB in Führung. Schmidt war hier einfach zu passiv, eine Eingabe von der rechten Seite verwertete Fischer flach in die kurze Ecke. Wie bereits geschildert spielte danach nur noch eine Mannschaft, und das waren die Roßlauer. Die Heimelf stand teilweise mit 10 Mann am eigenen Strafraum. Nach einer Flanke von Schmidt köpfte Handrich knapp daneben(13`). Doch in der 21. der längst überfällige Ausgleich. Eine schöne Kombination mit Jersak schloss Görisch mit einer Drehung und plaziertem Schuss ins lange Eck ab. Erneut versuchte sich Handrich mit einem Kopfball, doch er bekam keinen Druck hinter den Ball, somit kein Problem für Torhüter Wiesegart. Es blieb beim 1:1 bis zu Pause. Coach Möbius bescheinigte seiner Mannschaft ein tolles Spiel, einzig der Resultat stimmte nicht.

Die Schifferstädter nahmen sich für die 2. Hälfte viel vor, doch taten sich in der Folgezeit schwer, den Spielrhythmus wieder zu finden. Gräfenhainichen störte jetzt früher und spielte offensiver. Bereits zwei Minuten nach Wiederbeginn hatte Wlodarski die Chance, sein Team in Führung zu bringen. Einen Konter über drei Stationen im Mittelfeld schloss er trotz Bedrängung ab, Wiesegart hielt. Eine Fangschwäche des Torhüters konnte Germania nicht nutzen, ein Abwehrspieler klärte zur Ecke (50`). Nach 66 Minuten wurde M. Fräßdorf auf der rechten Seite lang geschickt, passte zu Jersak, der nicht lange wartete aber mit links über das Tor schoss. Keine drei Minuten später konterten die Gastgerber, es entstand eine 2-2 Situantion, die Schmidt jedoch gut klären konnte. So verrannen die Minuten. Und es sollte noch schlimmer kommen. C. Fräßdorf konnte einen gegnerischen Stürmer, der bereits auf der Grundlinie war, nur auf Kosten eines Freistosses stoppen. Diesen scharfen Ball fälschte er anschließend unglücklich ins eigene Tor ab (76`). Fünf Minuten später keimte kurz Hoffnung auf, als Berger im Strafraum der Heimelf umgestossen wurde. Doch wie bereits geschildert zerplatzte der Traum von einem möglichen Punktgewinn.

Normaler Weise ist so eine Situation der berühmte Tod für eine Mannschaft. Doch was danach geschah, war wirklich nichts für schwache Nerven. Germania rannte wütend an, wollte unbedingt den Ausgleich erzielen. Und tatsächlich traf Handrich bei seinem dritten Versuch mit dem Kopf ins Netz (85`). C. Fräßdorf hatte einen Freistoss von der linken Seite in den Strafraum gebracht. Eigentlich war man jetzt froh über den einen Punkt, doch in der 88. ging Germania sogar in Führung. Nach einem Zusammenspiel zwischen Jersak und Handrich kam die Kugel zu Görisch, der seinen ganzen Frust in den Linksschuss lag, und die Kugel mit Hilfe des rechten Innenpfostens im Tor unterbrachte. Der Schiedsrichter zeigte vier Minuten Nachspielzeit an und es gab noch zwei Chancen. Die erste hatten die Roßlauer, die in Überzahl Richtung Heimtor liefen, die Möglichkeit zur Entscheidung aber nicht nutzen konnten. So hatte auch Gräfenhainichen noch eine Gelegenheit, doch der Ball ging zum Glück am Kasten von Danke vorbei.

Somit konnte Germania drei ganz wichtige Punkte einfahren und mit viel Selbstvertrauen in der nächsten Woche nach Friedersdorf fahren.


Quelle:Homepage Germania Roßlau