Neuer Präsident in Piesteritz
Daniel Richter, 15.04.2011
Porträt
Präsident Neuberg träumt vom Double

Der gebürtige Querfurter hat früher in der Bezirksklasse gespielt. Als Linksaußen bei seinem Heimatverein Einheit Querfurt. Die Jagd nach dem runden Leder war schnell beendet. Mit 20 Jahren stoppte eine schwere Knieverletzung jegliche Karriereträume. Frisch verheiratet, ging es 1974 zusammen mit Ehefrau Maria nach Wittenberg. Zum Aufbau des neuen Nordwerks wurden Maschinenschlosser gebraucht. Später qualifizierte er sich zum Industriemeister, heute ist der 55-Jährige Niederlassungsleiter der Weber Rohrleitungsbau GmbH, dem Hauptsponsoren des FC Grün-Weiß. 70 Mitarbeiter muss der Chef in Wittenberg betreuen, er ist stolz, mit seinem Team auf dem Markt zu sein.
Mit dem Umzug nach Wittenberg begann auch die Suche nach einem passenden Fußballverein. Der Volkspark befand sich vis-à-vis seiner Wohnung. Für Neuberg war schnell klar: Hier melde ich meine Jungs Falko und Stefan an. Er selbst versuchte noch in der Betriebsauswahl der Stickstoffwerke sein Glück, Angebote von Vereinen aus dem Kreis lehnte er ab. "Da fallen mit sofort ein paar tolle Geschichten ein", erklärt er lachend. Seine Söhne durchliefen in Piesteritz alle Nachwuchsstationen, Vater Volker stand bei Wind und Wetter an der Seitenlinie. "Dem Großen, Falko, erging es wie mir. Nach einer Knieverletzung 1999 war alles aus", sagt der jetzige FC-Boss und wechselt schnell das Thema. Beim "Kleinen", Stefan, lief es besser. Nach dem Verbandsliga-Aufstieg 1997 schaffte er sogar den Sprung in die Junioren-Landesauswahl, sein damaliger Trainer hieß Jürgen Pommerenke. Ganz ohne Blessuren ging es bei dem Rechtsaußen aber auch nicht ab. Nach zwei Kreuzbandrissen drohte das Karriere-Aus. Doch Stefan biss sich durch und wurde sogar noch einmal Piesteritzer "Fußballer des Jahres". Im Hause Neuberg ist es ein offenes Geheimnis, dass der "Kleine" nach seiner aktiven Zeit als Trainer beginnen will.
Volker Neuberg betrachtet seinen Einstieg ins "Oberhaus" des FC Grün-Weiß (erweiterter Vorstand seit 2005) rückblickend als "sehr spannende Zeit". Trainerwechsel (Stache / Kohl - Heidrich / Schulz) standen ins Haus, Vorgänger Mattheuer lenkte den Verein in ruhigeres Fahrwasser. Dem 55-Jährigen war es stets wichtig, eigene Ideen durchzusetzen und Ehemaligen eine zweite Chance zu geben. "Olaf Aßmann hat den Verein in den 90er Jahren im Streit verlassen. Mir war es wichtig, ihn zum FC Grün-Weiß zurückzuholen." Aßmann ist heute Co-Trainer der Verbandsliga-Mannschaft und hat die Elf zusammen mit Chefcoach Uwe Ferl in den letzten drei Jahren auf den richtigen Weg gebracht. "Ferl", und das sagt der Präsident voller Hochachtung, "motiviert die Jungs bis in die Haarspitzen."
Die Wahl zum FC-Chef kam für Neuberg "im Ergebnis völlig überraschend". Der erweiterte Vorstand habe sich nach längerer Diskussion zum Thema Neubesetzung zur Beratung zurückgezogen, das Votum für den 55-Jährigen, der zuvor für die Sponsorenpflege zuständig war, fiel einstimmig aus. Für den neuen Präsidenten beginnt eine spannende Zeit. Die Verbandsliga-Elf kann das Double Meisterschaft und Pokalsieg schaffen, das A-Jugend-Team steht vor dem Aufstieg in die Regionalliga. "Das Aushängeschild wird immer die erste Männermannschaft sein. Der Verein wird andererseits alles unternehmen, die A-Jugendlichen beim Klassenerhalt in der Regionalliga zu unterstützen."
Quelle:MZ
