Friedersdorf verliert Pokalfinale gegen Köthen

Daniel Richter, 02.05.2011

Friedersdorf verliert Pokalfinale gegen Köthen

Fußball

T-Shirts nicht umsonst

 

 

VON CHRISTIAN KATTNER, 01.05.11, 21:31h, aktualisiert 01.05.11, 21:41h
CFC-Kapitän Thomas Mann (rechts)
CFC-Kapitän Thomas Mann (rechts) gibt mit dem Pokal in der Hand den Ton für die Feier an. (FOTO: ANDRÉ KEHRER)
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GREPPIN/MZ. Gedruckt waren sie, eingepackt auch. Ob die T-Shirts aber auch getragen werden können, sollte sich erst nach 14 Uhr entscheiden. "Das ist immer so eine Sache", wusste auch Joachim Schaffer, "wenn wir verlieren, dann waren die T-Shirts umsonst." Waren sie nicht: "Pokalsieger 2011. CFC Germania" stand auf den Hemden. Das Orakel stimmte.

Dass der Trainer des CFC Germania und seine Mannschaft sich als neuer Kreispokalsieger feiern lassen konnten hatte das Team vor allem einem zu verdanken, der ansonsten nicht unbedingt für das Toreschießen, sondern eher für das Verhindern verantwortlich ist: Imre Luckau. "Vor dem Spiel habe ich ihn noch gefragt, ob ich das noch erlebe, dass er mal ein Tor macht", so Schaffer, "und dann macht er ausgerechnet das entscheidende Tor gegen Friedersdorf." Das Tor zum 2:1. Das Tor zum Pokalgewinn. Das Tor, das bereits eine Viertelstunde vor dem Abpfiff alle Dämme brechen ließ - zumindest auf Köthener Seite.

Auch wenn durchaus noch etwas zu spielen war, so hatte man jedoch das Gefühl, die Partie sei entschieden. "Mir war klar, wer das Tor macht, gewinnt das Spiel. Bei Friedersdorf war nach unserem 2:1 die Luft raus", sah wohl nicht nur Joachim Schaffer, sondern auch die knapp 500 Zuschauer auf dem Greppiner Sportplatz. Die bekamen ein abwechslungsreiches Kreispokal-Endspiel geboten. Ein Endspiel, welches zwei unterschiedliche Halbzeiten zu bieten hatte, Ein Endspiel, in dem der CFC Germania in den ersten 45 Minuten die bessere Mannschaft. Ein Endspiel, in dem allerdings Friedersdorf mit 1:0 in Führung gehen sollte. René Mikolaizek war im Köthener Strafraum zu Falle gebracht worden - Maximilian Hübner verwandelte den fälligen Elfmeter (17.).

"Wir gehen zwar in Führung, aber haben die erste Halbzeit einfach verschlafen", konnte René Ciesilski nicht zufrieden sein. Denn kaum war das 1:0 gefallen, musste der Friedersdorfer Co-Trainer mit ansehen, wie der CFC Germania zurückschlug. Eine Flanke von der rechten Seite verwertete Thomas Mann zum 1:1. "Der ist da in dieser Situation richtig abgezockt", fand Ciesilski anerkennende Worte. Auch danach waren die Köthener das spielbestimmende Team, konnten allerdings die weiteren Chancen nicht verwerten.

Ein Bild, welches sich nach dem Seitenwechsel wiederholen sollte - nur umgekehrt. Plötzlich war der SV Friedersdorf die bessere Mannschaft und erarbeitete sich zahlreich Möglichkeiten. Doch entweder verhinderten das Gehäuse oder CFC-Keeper Alexander Winzer den zweiten Treffer. Den erzielten dann die Köthener durch Imre Luckau (76.). "Wir haben einfach das Problem, dass bei uns keiner konstant trifft", ärgerte sich René Ciesilski.

Das sollte sich auch nach dem Rückstand nicht mehr ändern - der CFC brachte den knappen Sieg über die Bühne und konnte sich im vierten Anlauf endlich den Kreispokal sichern. "Für uns geht es trotzdem weiter. Meinen Glückwunsch an den CFC", wirkte René Ciesilski nach dem Spiel recht gefasst, "nur das mit den T-Shirts war ein wenig frech."

Mit diesen und dem Kreispokal im Gepäck ging es dann für den CFC zurück nach Köthen. "Im Bus war natürlich eine tolle Stimmung", war Joachim Schaffer angetan, "die Jungs sind richtig ausgeflippt." Und haben ganz nebenbei ihrem Trainer ein schönes nachträgliches Geschenk zum 60. Geburtstag bereitet. Und während das Team den Erfolg noch in vollen Zügen genoss, dachte der Trainer bereits an die Heimfahrt: "Ich bin ja jetzt schließlich schon 60, da macht man nicht mehr so lange."

SV Friedersdorf: Rupp, Krause (46. Braun), Mikolaizek, Thiel, Jancic (65. Gallasch), Anton, Meyer (46. Telle), Ungefroren, Hübner, Reppert, Matuszewkski

CFC: Winzer (Tor), T. Mann, Luckau, Lehmann (62. Winzer), Liebelt, Bouzbouz (89. Ochmann), M. Mann, Minge, P. Finze, K. Finze, Hübner (82. Brückner)


Quelle:MZ